Tornados in Amerika, Dürren in Europa, die Polkappen schmelzen und an der Nordsee kann man mittlerweile besser Urlaub machen als auf Mallorca. Wenn man sich auf der Welt umschaut, erkennt man wie eklatant sich unser Verhalten auf die Umwelt auswirkt. Umso wichtiger ist es, unsere Schüler zu einem verantwortungsvollen Handeln zu bewegen. In der Umwelterziehung gilt es, das Wissen, das wir vermitteln, so aufzubereiten und mit Leben zu füllen, dass die Schüler sensibilisiert werden und in den entsprechenden Situationen richtig handeln.
Aber genau dort liegt das Problem. Im Unterricht können wir den Schülerinnen und Schülern nur von den Zusammenhängen menschlichen Fehlverhaltens und dessen Auswirkungen auf die Umwelt in einem dynamischen System erzählen, entsprechende Erfahrungen können wir dadurch aber nicht ersetzen (wir alle kennen das berühmte Beispiel der heißen Herdplatte). Aber wie soll und kann es den Schülern und Schülerinnen ermöglicht werden, direkte Erfahrungen zu machen? Umweltprobleme entstehen nicht über Nacht, sondern sind Ergebnisse jahrzehntelangen Fehlverhaltens. Sie entwickeln sich schleichend und unbemerkt über Generationen. Für die Schüler und Schülerinnen ist es deshalb schwer, einen Kausalbezug zu den verursachenden Faktoren herzustellen.
Computersimulationen können hier eine Brücke zwischen den realen Erfahrungen und den zur Kenntnis gebrachten Zusammenhängen schlagen. Die Schüler und Schülerinnen können mit Systemen experimentieren, die sich in der Wirklichkeit nur über Jahrzehnte verändern. Dabei lernen sie das Wesen komplexer dynamischer Systeme besser zu verstehen. Eine solche Möglichkeit bietet zum Beispiel die Gruppensimulation „Fish bancs“.
Hierbei führen die Schüler in Gruppen fiktive Fischereiunternehmen. Jede Gruppe versucht durch Fangstrategien und Erweiterung der Fangflotte das Ziel „Maximierung des Gewinns unter Berücksichtigung nachhaltiger Strategien“ zu erreichen. Meist stehen die Gruppen schon nach einigen Spielrunden vor einem bankrotten Unternehmen und einer zerstörten Natur.
Die Schüler und Schülerinnen erleben, wie Menschen angesichts begrenzter Ressourcen in einen konkurrierenden Wettbewerb geraten und gerade dadurch die Umwelt zerstören.
Außerdem erkennen sie, wie schwierig es ist, natürliche Systeme in ihrer Dynamik zu erkennen und Anzeichen kritischer Umweltveränderungen rechtzeitig wahrzunehmen.